Gelenkschmerzen, Ursache und Unterstützung

Was ist ein Gelenk?

Ein Gelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen zwei (oder mehreren) Knochen. Es gibt unterschiedliche Gelenkarten, die mehr oder weniger beweglich sind. Knie-, Schulter-, Hüft- und Fingergelenke sind sehr mobil, die Wirbelgelenke in geringerem Masse, und der Schädel besitzt gar keine bewegliche Knochenverbindung. Der Bewegungsspielraum eines Gelenks wird von Bändern begrenzt, welche die beiden Knochen miteinander verbinden und die Gelenkkapsel umgeben. Die unterschiedlichen Bewegungen erfolgen, indem der entsprechende Muskel kontrahiert und an der Sehne zieht, die den Muskel mit dem Knochen verbindet. Die Schleimbeutel reduzieren die Reibung zwischen den einzelnen Strukturen. Ihre Aufgabe ist es, die Gelenke zu schmieren und Stösse an den am stärksten beanspruchten Stellen der Knochen, Sehnen und Muskeln abzudämpfen.

Jeder Knochen trägt an seinem Ende eine dünne Gelenkknorpelschicht, die einen elastischen, glatten und gut gleitfähigen Puffer bildet. Zwischen den beiden Knorpeloberflächen befindet sich die durchsichtige, zähe Synovialflüssigkeit, die als Gelenkschmiere die Reibung reduziert und Stösse abdämpft. Da der Knorpel nicht von Blutgefässen durchzogen ist, versorgt die Synovialflüssigkeit die Knorpelzellen (Chondrozyten) auch mit Sauerstoff und Nährstoffen, ermöglicht den Abtransport von Stoffwechselprodukten und enthält Fresszellen, die Zelltrümmer und Mikroorganismen beseitigen. Die Ernährung des Knorpels erfolgt ausserdem über den subchondralen Knochen – die Schicht, die Knochen und Knorpel miteinander verbindet. Er versorgt den Knorpel ferner mit Stammzellen und strukturellen Molekülen.

Welche möglichen Ursachen gibt es für Gelenkschmerzen?

Gelenkschmerzen können akut sein (d. h., einige Wochen anhalten), etwa nach einem Sturz, einer falschen Bewegung, einem missglückten Sprung oder intensivem, wiederholtem Training. Dieser Fall liegt vor bei Verstauchungen oder Zerrungen, bei denen das Band (das die beiden Knochen des Gelenks miteinander verbindet) stark überdehnt wird (und im schlimmsten Fall sogar reisst), was zu Entzündung, Schwellung und Schmerzen führt. Bei einer Tendinitis (Sehnenentzündung) ist die Sehne (die den Muskel mit dem Knochen verbindet) entzündet oder gereizt, was einen dumpfen Schmerz bei Bewegungen zur Folge hat. Eine Bursitis ist eine Entzündung eines Schleimbeutels, die zu lokalen Schmerzen, Rötung und Schwellung führt und an unterschiedlichen Gelenkabschnitten entstehen kann. Gelenke können auch luxiert (ausgerenkt) sein, wenn die Knochen, die das Gelenk bilden, sich nicht mehr in der für die korrekte Gelenkbewegung erforderlichen Stellung zueinander befinden.

Wenn Schmerzen mehrere Monate oder sogar Jahre andauern, gelten sie als chronisch. Häufigste Ursache ist die Arthrose, die durch übermässigen Knorpelverschleiss entsteht. Dabei handelt es sich um eine komplexe Erkrankung, die auch die subchondralen Knochen (Osteophyten, Sklerose), die Synovialflüssigkeit sowie Bänder und Muskeln betrifft. Für diesen übermässigen Verschleiss sind vielerlei Faktoren verantwortlich. Hierzu zählen insbesondere Stösse und Verletzungen, Bewegungsmangel, eine falsche Ausrichtung der Knochen zueinander, Übergewicht, sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe, bestimmte Intensivsportarten, Muskelschwund, genetische oder Stoffwechselfaktoren (betrifft insbesondere die Gelenke der Hand), Entzündungsprozesse, Vitaminmangel und andere. Rückenschmerzen sind in der Bevölkerung stark verbreitet. Mögliche Ursachen sind Muskelverspannungen, aber auch Bandscheibenverschleiss, oft in Verbindung mit Arthrose, sowie in seltenen Fällen auch schwerwiegendere Grunderkrankungen. Die rheumatoide Arthritis ist eine weitere häufige Gelenkerkrankung. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen die Gelenke richtet, die daraufhin anschwellen, schmerzhaft und steif werden. Die Entzündung schädigt Knorpel, Kapsel, Sehnen, Bänder, Muskeln und Knochen. Die Erkrankung verläuft häufig in Schüben, die von starker Müdigkeit begleitet sind.

Auch andere Krankheiten können sich auf Knochen und Gelenke auswirken. Dazu zählen unter anderem Lupus, Infektionen, Tumoren, Gicht und genetisch bedingte Knochenerkrankungen…

Was tun bei Gelenkschmerzen?

Bei anhaltenden Schmerzen sollte als erstes ein Facharzt aufgesucht werden. Das gilt insbesondere, wenn die Ursache unbekannt ist. Er kann feststellen, unter welcher Krankheit Sie leiden, ebenso deren Verlauf erkennen und Ihnen Empfehlungen zum optimalen Vorgehen geben.

Es ist aber auch bekannt, dass einige Veränderungen der Lebensgewohnheiten Abhilfe bringen können.

  • Physiotherapie und spezielle Übungen können besonders hilfreich sein, um körperliche Inaktivität auszugleichen und zu lernen, wie das betroffene Gelenk korrekt belastet, aber nicht überlastet wird, wie sich seine Beweglichkeit erhalten lässt und wie die umgebenden Muskeln und Bänder gestärkt werden können. Einige Ideen finden Sie hier oder hier, aber am besten ist es, sich von einem Spezialisten beraten zu lassen.
  • Bestimmte Nährstoffe können die Gelenkgesundheit fördern. Glucosamin1, Chondroitin1, Kollagen II2,3 und Hyaluronsäure4 sind molekulare Bestandteile der Gelenke. Sie können dazu beitragen, Schmerzen sowie Gelenkentzündung und -steife zu lindern, die Feuchtigkeitsversorgung sowie die physiologischen Eigenschaften und den Stoffwechsel der Gelenkzellen wiederherzustellen, die Bewegungsfähigkeit zu verbessern und die Gelenkstabilität zu erhöhen. Auch die entzündungshemmenden, antioxidativen Eigenschaften einiger Substanzen wie MSM5, Hagebutte6, Enzian7,8 und Edelweiss9 können zum Gelenkschutz beitragen und den Bedarf an nebenwirkungsbehafteten Schmerzmitteln einschränken. Diese Substanzen sind jedoch in der Regel kein Bestandteil unserer normalen Ernährung.
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  • Ein geringerer Verzehr von Zucker (oder sogar der Verzicht darauf) ist hilfreich, da Zucker entzündungsfördernd wirkt. Es ist nachgewiesen, dass der regelmässige Konsum (1x/T) zuckerhaltiger Getränke das Risiko einer rheumatoiden Arthritis um 63 %10 und das einer Arthrose um das Dreifache erhöht.11
  • Adipositas und Diabetes sind wichtige Risikofaktoren für das Fortschreiten von Gelenkerkrankungen sowie die Anfälligkeit dafür. Eine Gewichtsabnahme kann dazu beitragen, die Beanspruchung der Gelenke, insbesondere der Knie, zu vermindern.
  • Der Verzehr von Obst und Gemüse trägt ebenfalls wesentlich zur Gesunderhaltung des Organismus bei.
  • Zudem kann sich der Verzicht auf das Rauchen positiv auf die Knorpelgesundheit auswirken, da Nikotin die Nährstoffzufuhr beeinträchtigt.

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  1. Jerosch, J. Effects of glucosamine and chondroitin sulfate on cartilage metabolism in OA: Outlook on other nutrient partners especially omega-3 fatty acids. International Journal of Rheumatology 2011, (2011).
  2. Bello, A. E. & Oesser, S. Collagen hydrolysate for the treatment of osteoarthritis and other joint disorders: a review of the literature. Current medical research and opinion 22, 2221–32 (2006).
  3. Bagchi, D. et al. Effects of orally administered undenatured type II collagen against arthritic inflammatory diseases: a mechanistic exploration. International journal of clinical pharmacology research 22, 101–10 (2002).
  4. Gupta, R. C., Lall, R., Srivastava, A. & Sinha, A. Hyaluronic acid: Molecular mechanisms and therapeutic trajectory. Frontiers in Veterinary Science 6, (2019).
  5. Butawan, M., Benjamin, R. L. & Bloomer, R. J. Methylsulfonylmethane: Applications and safety of a novel dietary supplement. Nutrients 9, (2017).
  6. The Royal Australian College of General Practionners. Rosehip – an evidence based herbal medicine for inflammation and arthritis.
  7. Chen, L. et al. Down-regulation of NR2B receptors partially contributes to analgesic effects of Gentiopicroside in persistent inflammatory pain. Neuropharmacology 54, 1175–1181 (2008).
  8. Kesavan, R. et al. Gentiana lutea exerts anti-atherosclerotic effects by preventing endothelial inflammation and smooth muscle cell migration. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases 26, 293–301 (2016).
  9. Speroni, E. et al. In vivo efficacy of different extracts of Edelweiss (Leontopodium alpinum Cass.) in animal models. Journal of Ethnopharmacology 105, 421–426 (2006).
  10. Hu, Y. et al. Sugar-sweetened soda consumption and risk of developing rheumatoid arthritis in women. American Journal of Clinical Nutrition 100, 959–967 (2014).
  11. de Christopher, L. R., Uribarri, J. & Tucker, K. L. Intake of high-fructose corn syrup sweetened soft drinks, fruit drinks and apple juice is associated with prevalent arthritis in US adults, aged 20-30 years. Nutrition and Diabetes 6, (2016).

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